Premieren-Lesung: Bestsellerautorin Gaby Hauptmann auf den Spuren der 13-jährigen Anna, der Großmutter von Seniorchef Karl Amann. 

200 Jahre Hirschen Horn wenn der "Hirschen" reden könnte

Eine Familie schreibt Wirtshaus- und Hotelgeschichte 

Anlässlich des 200. Geburtstag des Hirschen im Jahr 2022 wurde die Hirschen Chronik veröffentlicht, das unsere langjährige Freundin, die Bestsellerautorin Gaby Hauptmann zusammen mit Karl Amann geschrieben hat. Hier erzählt sie, wie es zu dieser Idee kam:

Der „Hirschen“ erzählt seine Geschichte
von Gaby Hauptmann

Es gibt Häuser, die atmen Geschichte. Wenn man hineingeht, spürt man unweigerlich, dass es da etwas gibt. Andere Häuser lassen einen kalt. Da ist nichts außer Mauern und einer Inneneinrichtung. Keine Atmosphäre, keine Emotionen – nichts. Was mich am „Hirschen“ in Horn interessiert hat, ist eben diese Geschichte eines Hauses, das eine 200 jährige Vergangenheit hat – denn, was erzählt mir dieses Haus? Vor allem über die Menschen, die es bewohnt und bewirtschaftet haben? Was erzählt es mir über die Zeit, über die wechselnden Besitzer, über Leben und Überleben? Nun sind Karl Amann und seine Frau Verena (Vreni) seit 1981 die Besitzer und ihre beiden Söhne Sebastian und Martin sind mit ihren Ehefrauen mittlerweile auch im Geschäft. Das Gasthaus ist längst über den Ur-Hirschen hinausgewachsen, es hat sich rund um den Biergarten erweitert, ist heute ein moderner Komplex mit Wellness-Hotel, Gästehaus, Appartements und allen Annehmlichkeiten, die man sich nur wünschen kann. Aber: Das Gasthaus steht noch – und wie eh und je empfängt es den Gast und löst ein wohliges Gefühl aus. So geht es mir wenigstens. Als mich Karl Amann also fragte, ob ich vielleicht über den „Hirschen“ ein Buch schreiben würde, brachte mich zweierlei zum ernsthaften Nachdenken, denn eigentlich schreibe ich als Schriftstellerin nur noch über Dinge, die mir selbst in den Kopf kommen und nicht mehr als Journalistin wie früher über Dinge, die vorgegeben sind. Erstens dachte ich an meinen Vater, Arthur Hauptmann, der sich stets für Häuser interessierte, die Geschichte erlebt haben. So entstanden seine beiden im SÜDKURIER erschienenen Bände: Burgen einst und jetzt. Und dann ist Karl ein mir ans Herz gewachsener Freund, zumal wir auch Alefanz-Geschwister sind. Die Auszeichnung des Alefanz bedeutet grob: Wir schwimmen nicht mit, sondern oft gegen den Strom. Und zudem war es das Corona-Jahr 2020 mit all seinen Einschränkungen. Kurz: Ich hatte Zeit

Also tauchte ich in die Geschichte des „Hirschen“ ein. Es ist eine wechselvolle, eine spannende Geschichte. Es ist die Geschichte von Menschen, die voller Herzblut waren, unerschöpfliche Energie hatten, aber auch tiefgreifende Konkurrenz entwickelten, es ist die Geschichte von Vater-Sohn-Konflikten, von Härte, aber auch Entgegenkommen, von Liebe und Tod … und von vielen Geburten. Der „Hirschen“ hat alles erlebt. Vor allem aber auch viel Witz, denn Karl und auch sein Großvater August Ruggli waren und sind für ihre Streiche und ihren Humor bekannt.

So habe ich mich von den Geschichten entführen lassen, die Familienmitglieder befragt, aber auch die Freunde des Hauses, den Maler und Schriftsteller Bruno Epple, Axel Graf Douglas, Dr. Tobias Engelsing, Hans-Peter Jehle, die Schauspieler des auf der Höri gedrehten Fernsehfilm „Der Gauner Gottes“ kontaktiert, Fritz Wepper, Michael Roll, Saskia Vester und Ferdinand Grözinger (der jetzige Hirschen-Wirt Karl spielt übrigens auch mit), in alten Chroniken gestöbert und das spannende, alte Gästebuch durchgeblättert. Und nun erschien in Zusammenarbeit mit meiner Schwester Karin Hauptmann, die in Stuttgart freie Werbegrafikerin ist, ein Buch über 200 Jahre „Hirschen“. Kaum zu glauben, aber wahr. Und wir alle freuen uns darüber.

  • Buch "200 Jahre Hirschen Horn" von Gaby Hauptmann (Idee: Karl Amann)

    Eine wunderbare Reise durch die Geschichte des Hirschen ist unser Jubiläumsbuch, das Bestsellerautorin Gaby Hauptmann zusammen mit Karl Amann geschrieben hat. Das Buch ist an der Rezeption vom Hotel Hirschen Horn zum Preis von  9,50 erhältlich.

  • Zur Autorin

    Gaby Hauptmann wurde 1957 in Trossingen geboren. Beim Südkurier ließ sie sich zur Journalistin ausbilden und arbeitete anschließend u.a. als Reiseredakteurin, als Chefredakteurin bei Radio Seefunk und später für verschiedene Bereiche des SWR (damals noch SWF) – zunächst als Autorin, später auch als Produzentin und Regisseurin. Zu ihren Bestsellern gehören u.a. „Suche impotenten Mann fürs Leben“ und „Unsere allerbeste Zeit“.